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  • Barbara Bierach

Der Windsor-Knoten



Weil wir vor lauter Romantik das Warten bis zum 19. Mai kaum noch aushalten können, haben wir schon einmal einen Harry-und-Megan-Teller beim Royal Collection Trust bestellt. Mit Goldrand. Die Prince Harry Royal Wedding Commemorative Porcelain Doll ist nämlich leider schon ausverkauft.


Tying the knot, sagt man auf Englisch, wenn zwei heiraten und bald steht uns ein neuer Windsor-Knoten bevor. Prince Harry heiratet Megan Markle und die irische Presse scheint sich nicht hundert Prozent sicher zu sein, ob er nun ein amerikanischer TV-Star Princess of England wird, oder die deutsche Kanzlerin. Aber das sind aus irischer Sicht nachrangige Details. Die Windsors sind eh alles Deutsche. 1714 kam die Linie der Stuarts auf dem britischen Thron zu ihrem Ende und seither regieren in London die Hannoveraner. (Nicht die Pferde, auch wenn sie so aussehen, sondern das Prinzengeschlecht!) Die ollen Mountbattens, die sich zur Party einfinden werden, sind alles Battenbergs.


Harry ist der sechste in der Thronfolge, was eigentlich nur eine gute Beschreibung ist für einen, der auf einer Party drauf wartet, dass das einzige Klo endlich frei wird. Die Nase vorn haben Vater Prinz Charles und Bruder William – das ist der mit Kate und der Glatze – und seine inzwischen drei königlichen Kinder.


Geheiratet wird in St. George's Kapelle in Windor Castle, Megan wird in der Glaskutsche von George V anreisen und Harry ein Outfit anhaben wie Jack Sparrow in den „Pirates of the Carribean.“ Der heilige St. George war übrigens ein Irrer, der seinerzeit eine vom Aussterben bedrohte Groß-Echse erschlagen hat; über die Zeremonie wacht das Familienwappen der Queen: darauf sind ein Löwe und ein Einhorn zu sehen. Insgesamt ein schönes Sinnbild für eine Hochzeit: Mit ein bisschen gutem Willen und Phantasie kann man sich alles schönreden, auch einen Artenvernichter als Nationalheiligen, die Fabelwesen aus der Imagination geisteskranker Vorfahren sowie ein Leben als Royal Highness.


Immerhin darf Harry jetzt heiraten, wen er mag. Heinrich VIII musste dafür noch eine eigene Religion gründen und einen Henker beschäftigen. Harry wird sich auch wieder scheiden lassen dürfen, wie er mag, das hat Frau Mama Lady Di durchgesetzt. Soll noch mal einer behaupten, die königliche Familie sei nicht fortschrittlich.


Die Royals haben viele Feinde, nicht nur in der IRA, frotzeln die irischen Medien: Die Paparazzi, den deutschen Kaiser, Kates Schwester Pipa Middleton, Labourführer Jeremy „die rote Pest“ Corbyn und die burgunderroten EU-Pässe. Zum Glück gibt es jedoch die Beefeater mit den hohen Mützen aus Bärenfell, die dafür sorgen werden, dass keiner der genannten Fieslinge dem Paar die Show stehlen wird.