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  • Barbara Bierach

Erleuchtung? Ab in den Pub!

Eine sehr liebe und ansonsten hoch patente Freundin hat mir gerade ein Buch geschickt: „Instant Erleuchtung“. Von David Deida. Ich muss offenbar irgendwie neu belichtet werden. Vielleicht so ähnlich, wie ein altes vergilbtes Foto aus den 70er Jahren, das man vom Negativ noch mal neu abziehen muss?

Oder vielleicht ist ihr auch nur mein Gejammer auf die Nerven gegangen, zum Beispiel darüber, dass in Köln tagelang in großen Teilen von Braunsfeld kein Internet oder Telefon funktionierte und Netcologne nur reagiert mit „Ma weees es nit, ma wees es nit!“.

Oder auch darüber, dass sie mir vergangene Woche im Zug von Frankfurt nach Stuttgart den Koffer gestohlen haben. Schuhe weg, Klamotten weg, Bücher weg – aber nichts, was ein bisschen Erleuchtung nicht beheben könnte, wie der moderne Mensch zu glauben beliebt.

Sicher wieder in Irland angekommen, beginne ich also in Deidas Ausführungen zu lesen:

„Wenn die Liebe keinen Weg findet, durch Sie zu leben, dann leidet Ihre Seele und sie werden unter Umständen von Depressionen heimgesucht.“

Schon mal ganz falsch. Wenn das Internet in Köln keinen Weg zu mir findet, leidet mein Job … und das macht mich sauer. Und die Kollegen auch.

„Verhalten Sie sich so, wie Sie sich fühlen würden, wenn Sie alles hätten, was Sie sich wünschen, oder ignorieren Sie Ihre Wünsche, denn sie machen sie sowieso nicht glücklich.“

Auch falsch. Ich hätte fast alles, wenn man mir nicht den Koffer klauen würde und wäre deutlich glücklicher, wenn ich meine Lieblingssandalen noch mein eigen nennen könnte.

Also, so wird das nichts mit mir und der Erleuchtung.

Aber zum Glück bin ich wieder zu Hause in Irland und kann ins Pub gehen.



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